Mission Big Fish Helgoland/ Nordsee

Mission Big Fish Helgoland/ Nordsee

Mission Hintergrund:

Ziel der Mission war es, weitere Videoaufnahmen und Fotos zu Dokumentationszwecken von SM UC71 anzufertigen und ein noch unbekanntes Wrack zu identifizieren.

Nach fast einem Jahr Planung dieses non-profit Dokumentations-Projektes war es Mitte August soweit. Mit zwei Schiffen, U-Boot Kreidesee-Eurosub und einer Crew von 20 Mann, davon 8 Taucher, waren wir aufgebrochen, um ein Geheimnis zu lüften und vielleicht ein Rätsel zu lösen, doch grenzwertige Wetterbedingungen, Wellen und Seegang forderten das Team, insbesondere die Taucher der Mission BIG FISH heraus.

Die Mission:

Donnerstag, 15. August am frühen Nachmittag kam die Meldung von unserem Basishafen Helgoland, dass das erste Schiff der Mission festgemacht hatte. Die MS Antonija war bereits am Morgen mit einem Teil der Crew von Bremerhaven aus gestartet. Die Überfahrt war gut verlaufen, kaum Seegang und somit beste Bedingungen für die anstehenden Tage. Das war gut zu hören, da der Wetter-Faktor auf der Nordsee bestimmend für uns ist , sich aber auch schlagartig ändern kann.

Unsere geplante Abfahrt mit der Aegir ab Büsum verzögerte sich. Das Verladen des Equipments und des U-Boots nahm etwas mehr Zeit in Anspruch. Somit war klar, dass wir nach Einbruch der Dunkelheit erst Helgoland erreichen würden. Und unsere Überfahrt verlief nicht so reibungslos. Zwei Stunden nach dem Ablegen in Büsum passierten wir die Ansteuerungstonne Norderpiep. Der Wellengang aus Südwesten kommend hatte sich schon auf gute 1,5 – 2 Meter aufgebaut. Gut durchgeschüttelt erreichten wir gegen 22:30 Uhr Helgoland.

Am Freitag Morgen die erste Ernüchterung, gegen 6 Uhr stellten wir Seegang mit weißen Wellenkämmen fest. 1 bis teilweise 2 Meter. Einfach zu hoch für einen sicheren Tauchgang am Morgen. Am Vormittag wurde Euro Sub plangemäß mit Hilfe von der DGZRS-Besatzung der Hermann Marwede entladen, gewassert und ausgiebig getestet. Der Wellengang beruhigt sich. Es wurden 2 Tauchgänge an UC 71 durchgeführt, sehr gute Filmaufnahmen mit zahlreichen Details durch Thomas Becker gemacht. Besonders die Innenaufnahmen, umgesetzt von Mitstreiter Jens Höner, runden die Wrack-Dokumentation UC71 ab und motivierten das Team für den nächsten Tag und das unbekannte Wrack.

Am Samstag Morgen wieder Ernüchterung. Der Seegang bestimmte wieder einmal unseren Zeitplan. Das Team nutzte den Morgen für Testtauchgänge mit EuroSub. Am Samstag Mittag dann die ernüchternde Entscheidung der Kapitäne. Aufgrund eines anziehenden Sturmtiefs wurde abgebrochen, die Kapitäne wollten ihre Schiffe bis zum Abend wieder in den sicheren Heimathäfen haben. 4 Taucher bekamen trotz starkem Wellengang noch die Chance für einen 30 Minuten Tauchgang vor Rückfahrt. Aufgrund der vertriebenen Abstiegsleine wurden den Männern statt des Wracks von UC 71 eine perfekte Sicht und ein freilaufender Hummer geboten. Nach dem Tauchgang setzen die beiden Schiffe den Kurs ihrer Heimathäfen. Ein kleiner Teil des Teams blieb vor Ort, um inspiriert von der Insel weitere Projekte zu entwickeln.

Auch wenn das unbekannte Wrack aufgrund der Wetterlage nicht betaucht und identifiziert werden konnte, wurden gute Videoaufnahmen und Fotos gemacht. Besonderer Dank an dieser Stelle nochmal an Thomas Becker und Jens Höner.

Es ging bei dieser Mission um mehr als die Idenfizierung, Dokumentation und Vermessung von U-Boot Wracks. Das Zusammenspiel zwischen Taucher, Crew und Mini U-Boot Kreidesee-Eurosub hinsichtlich der Absicherung und Kommunikation sollte für eine größere Expedition getestet werden. Dieses Ziel wurde erreicht. Während der Testtauchgänge im Helgoländer Hafen wurde ein Sidescan System zur Vermessung getestet und Kommunikation via Sprechfunk zwischen Taucher und U-Boot trainiert, was 2014 bei den Missionen “Godafoss” und “Baltic Wings” sehr hilfreich sein wird. Die Kommunikationseinheiten von Ocean Reef wurden freundlicherweise von der Firma Azenor zur Verfügung gestellt.

Holger Schmoldt als Eigentümer und Pilot des U-Boot Kreidesee-Eurosub gibt sich ebenfalls mit der Mission zufrieden und sagt dazu:” Zwar konnte aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht wie geplant ein Sidescan-Sonar Bild vom Wrack angefertigt werden, aber der Umgang mit dem U-Boot dabei war auch sehr lehrreich. Unter Wasser hat alles perfekt geklappt und wir sind somit gut für weitere Expeditionen gerüstet, aber über Wasser müssen wir noch einzelne Sachen verbessern.”

Veröffentlichungen zu diesem Projekt u.a. in GQ – November 13 Ausgabe, Wetnotes, Unterwasser sowie ein Beitrag im NDR Fernsehen und bei SAT1. Ein eigener kleiner Filmbeitrag ist in Arbeit. Mission BIG FISH wird fortgesetzt!

Schiffs Infos:

  • U-Boot der UC II Klasse Minenleger
  • Werft: Blohm & Voss
  • Stapellauf 12. August 1916
  • Länge: 50 meter
  • Breite: 5,20 meter
  • Untergang 20. Februar 1919

Fotos von der Mission:

Das Team:

Ich danke dem Team Mission “BIG FISH” 2013.

Leitung: Andi Peters
Crew MS Antonija: Thomas und Antonija Reim, Andreas Kramer
Crew MS Aegir: Bernd Clausen und 2. Kapt. Christian Koprek
Crew U-Boot Kreidesee-Eurosub: Holger Schmoldt und Stephan Gildehaus
Taucher: Thomas Becker, Jens Höner, Etienne Mackensen, Walter Comper, Andreas Kahlen
Supporter: Holger Grützner und Markus Gerlach sowie Jörg Klaus, Kai Schächtele, Isabel Trost.

Unterstützer der Mission:

Das Cimbria-1883 Projekt Borkum 2007

Das Cimbria-1883 Projekt Borkum 2007

Mission Hintergrund:

Der Untergang des Auswandererschiffes “SS Cimbria” 1883 in der Nordsee galt bis zum Untergang der “Titanic” als größte zivile Schiffskatastrophe. Bei dem tragischen Schiffsunglück vor der Insel Borkum kamen damals über 400 Menschen ums Leben. Eine Ausstellung im Kreishaus Heide erinnert jetzt an das Schicksal der “Cimbria”, ihre Passagiere und die Bergungsarbeiten. Die letzte Reise der „Cimbria“ beginnt am Nachmittag des 17. Januar 1883. Es geht wieder einmal in Richtung Neue Welt. An Bord befinden sich neben 92 Mann Besatzung 401 Frauen, Kinder und Männer als Passagiere. Überwiegend handelt es sich um Auswanderer aus dem östlichen Europa und Deutsche. Über der Elbe liegt dichter Nebel. Auf der Unterelbe muss das Hamburger Schiff wegen schlechter Sicht vor Anker gehen. Nach einem Tag Zeitverlust sind die Sichtverhältnisse noch immer ungünstig. Aber Kapitän Hansen entscheidet, die Reise fortzusetzen. Eine schicksalhafte Entscheidung: In der Nacht des 19. Januar kollidiert das einstige Prestigeobjekt der HADAG Reederei mit dem britischen Dampfer “Sultan” im dichten Nebel vor Borkum. Die Wucht der 1025 Tonnen des Kohledampfers reißt ein riesiges Loch in die Bordwand der “Cimbria”. Gewaltige Wassermassen überfluten das Deck und dringen infolge nicht geschlossener Querschotten schnell ins Schiffsinnere. Das Schiff kippt zur Steuerbordseite. Da nicht alle Rettungsboote abgefiert werden können, überleben nur 56 Menschen und 437 sterben.

Die Mission:

2007/ 2008 war ich in das Cimbria-1883 Projekt involviert. 18 Seemeilen nordwestlich von Borkum liegt das Wrack der „SS Cimbria“ auch bekannt als deutsche Titanic.

Das Wrack ist stark zerfallen. Man erkennt keine Schiffsstruktur mehr. Die markantesten Punkte des Wracks sind am Bug die Ankerwinde mit den Spillköpfen, mittschiffs die vier frei liegenden Dampfkessel und die aufrecht stehenden Kolben der Expansionsdampfmaschine und am Heck das Ruderblatt sowie die Schraube, beides bis zur Hälfte im Sand verschwunden. Im gesamten Bereich des Schiffs sind keine Decks und nur noch Bordwandreste vorhanden. Die Decks sind nach unten zusammengefallen und lösen sich langsam immer weiter auf. Die Bordwände liegen nach außen geklappt neben dem Wrack im Sand und sind teilweise nur schwer zu erkennen. Die Überreste des einst stolzen Dampfers bilden ein Trümmerfeld von 115 m Länge und 30 m Breite.

Wer sich das Wrack der „Cimbria“ in Verbindung mit außergewöhnlichen Szenen vorstellt, wie sie James Cameron in seinem Film über die „Titanic“ gelungen sind, würde enttäuscht sein. Alles, was einst Schiff war, ist aufgrund der reichhaltigen Unterwasserflora und –fauna bewachsen und umhüllt. Tiere wie Taschenkrebse und Hummer finden am Wrack einen idealen Lebensraum, der ihnen Schutz und ausreichend Nahrung bietet.

Mit jedem Tauchgang wurde uns das Wrack vertrauter. Auch bei schlechter Sicht unter 1 m war es unsere Aufgabe, Quadratmeter für Quadratmeter systematisch abzusuchen, zu vermessen und zu dokumentieren. Wir räumten Wrackteile weg und saugten den Sand von den aussichtsreichsten Stellen ab. Dadurch stießen wir auf verschiedene Artefakte. Außerhalb des Wracks wurde der Meeresboden mit Metalldetektoren abgesucht. Dabei machten wir keine besonderen Entdeckungen. 80 m hinter dem Wrack orteten wir noch eine größere Ansammlung von Trümmern. Wie sich nach Sichtung ergab, handelt es sich wohl um einstige Aufbauten des Dampfers. Sie waren stark versandet.

Man kann davon ausgehen, dass die Laderäume kein tonnenschweres Gut aufweisen, sondern leer sind. Die Aussage, nach der Mitte Oktober 2001 abgebrochenen Bergung einer bekannten Bergungsfirma wären noch 80 Prozent der Ladung vorhanden, müssen wir als falsch bewerten. Wir stießen lediglich auf 103 Artefakte und Bergungsgegenstände. Im Bereich der Laderäume konnten nur Reste von Kisten gefunden werden.

In einigen Jahren wird wohl das Wrack der „Cimbria“ verschwunden sein, zersetzt von galvanischen Strömen, Bakterien und dem aggressiven Salzwasser. So würde das Schiff auch diesbezüglich das bereits seit Jahren vorausgesagte Schicksal der untergegangenen „Titanic“ teilen. Die letzten Überreste verlieren sich schließlich im Sande. Fraglich bliebe dann, wann oder ob überhaupt der Meeresgrund noch spezifische Geheimnisse des Wracks preisgibt.

Schiffs Infos:

  • Schiffstyp Passagierschiff
  • Heimathafen Hamburg
  • Eigner HAPAG
  • Bauwerft Caird & Co. in Greenock (Schottland)
  • Stapellauf 21. Januar 1867
  • Besatzung 120
  • Dampfmaschine
  • Maschinenleistung 1.500 PS (1.103 kW)
  • Geschwindigkeit max. 12,5 kn (23 km/h)
  • Passagiere 678
  • Länge 100m
  • Breite 15m

Weitere Fotos:

Das Team:

Lars Kolbe
Taucher und handwerklicher Allrounder. War mit mir auf vielen Expeditionen und baute gemeinsam mit mir und anderendie MS-Venus auf.

Hauke Boyens
Taucher und handwerklicher Allrounder. War mit mir auf vielen Expeditionen und baute gemeinsam mit mir und anderendie MS-Venus auf.

Björn Wolf
Taucher und handwerklicher Allrounder. War mit mir auf vielen Expeditionen und baute gemeinsam mit mir und anderendie MS-Venus auf.

Projekt für die „Tauchen“ in Kas (Türkei) 2004

Projekt für die „Tauchen“ in Kas (Türkei) 2004

Projekt Hintergrund:

Gemeinsam mit Falk Wieland als Fotograf und Autor war ich in der Türkei unterwegs. Für den Artikel „2000 Jahre in 7 Tagen“ in der Fachzeitschrift Tauchen betauchten wir Wracks und Amphronfelder bis in eine Tiefe von 65 Metern.

Das Projekt:

Highlight waren die Tauchgänge an dem in 60 Metern liegenden Itlenischen Bombers und dem Wrack der „Dutchess of York“

Weitere Fotos:

4 Mast Bark Wrack vermutlich Eulomene

4 Mast Bark Wrack vermutlich Eulomene

Hintergrund:

Die Eulomene ist eine englische 4 Mast Bark, die 1891 gebaut wurde. Nach ihrer Stilllelgung im Jahr 1905 sollte ein Schlepper die Eulomene von Bremerhaven nach Newcasle (England) schleppen. In der Nähe der Doggerbank (Nordsee) brach die Schlepptrosse. Im Sturm konnte der Schlepper die Eulomene nicht wieder finden. Im März 1905 wurde das Schiff und die Besatzung als verschollen erklärt. Was war passiert?

Tauchgänge/ Erkenntnisse:

1999 betauchten wir dieses Wrack zum ersten mal. Wir hatten in der Seekarte gesehen, dass dieses Wrack zwar in 30m auf Grund lag aber bis auf 15m unter die Wasseroberfläche ragte. Am 18.07 1999 hatten kein besonderes Ziel. Wir sind einfach drauf losgefahren und stolperten quasi über das Wrack der Eulomene ca. 3sm vor der Düne/Helgoland. Doch auch nach einigen dutzend Tauchgängen, gab das Wrack bis heute nicht seine wahre Identität Preis. Aufgrund der Recherchelage, und einigen geborgenen Teilen u.a. englischem Porzellan, können wir zu 90% sagen das es sich um das 1905 im Sturm verschollene Schiff handelt.

Schiffs Infos:

  • Name: Eulomene
  • Schiffstyp: Viermastbark
  • Herkunftsland: England
  • Baujahr: 1891
  • Länge/ Breite: 94,6m / 13,8m

Weitere Fotos:

Das Team:

u.a.:

  • Rolf Schütt
  • Falk Wieland
  • Norbert Krücke
  • Andreas Berndorfer
  • Thomas Wicht
  • Steffen Döring
  • Uwe Wigocki
  • Stephan Schulz
  • Udo Krause

Weitere Projekt Infos:

U-Boot HMS E10

U-Boot HMS E10

U-Boot Hintergrund:

Nach 87 Jahren, ein Seemannsgrab gibt sein Geheimnis frei, englisches U-Boot aus dem 1. Weltkrieg von Wrackexperten identifiziert.

Das auf dem Meeresgrund der Weltmeere noch viele verborgene Geheimnisse schlummern, ist jedem bekannt. Doch dass die Nordsee vor unserer Haustür auch Geheimnisse verbirgt, hat bereits im vergangenen Jahr das norddeutsche Tauchteam aus Heide um Wracktaucher Andreas „Andi“ Peters mit seinem Expeditionsschiff, der Explorer, bewiesen.

Die Mission:

Durch die Identifizierung des im 1. Weltkrieg verschollenen englischen U-Bootes E16 mit der spannenden Geschichte um den Kapitän K.J. Duff Dunbar, ist das Team im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten. Dieser nicht alltägliche Fund sollte aber nicht das letzte Geheimnis sein, welches die Wracktaucher aus Heide aufdecken sollten. Andreas Peters (29), Rolf Schütt (47), Thorsten Kucmocht (29), in der Begleitung von Florian Müller (30), dem Sicherungstaucher des Teams, ist wieder eine Identifizierung eines verschollenen U-Bootes geglückt.

Rolf Schütt, der bereits seit 20 Jahren nach Wracks taucht, versichert, „Viele unentdeckte oder unidentifizierte Wracks gibt es auch langsam nicht mehr und wir sind sehr glücklich darüber, wieder ein Rätsel gelöst zu haben, auch wenn es viele Probleme gab! Ich bin froh mit dem Leben davon gekommen zu sein“, so Schütt, der sich bei dem letzten Tauchgang im Mai in seiner Führungsleine und Netzen unter Wasser verhakt hatte und mit dem letzten Atemzug auftauchen konnte. Am vergangenen Wochenende setzte das Team den Kurs Südwest Helgoland, um ein U-Boot zu betauchen. Mehrere Versuche im letzten halbem Jahr dem U-Boot Wrack in ca. 38 – 44 Metern Tiefe, je nach Tide, seine Identität zu entreißen, schlugen fehl. Doch dieses Mal sollte die Identifizierung eindeutig werden, sie wollten zum letzten Mal zu diesem Wrack abtauchen.

Wie geplant waren sie auch erfolgreich, es gelang dem Team eine Nummer von der freigekratzten Steuerbordschraube abzulesen. Es war die Nummer 431, doch was sollte diese Nummer bedeuten? Außer diesen Zahlen und die Ähnlichkeit zu dem schon durch das Team identifizierten englischen U-Boot E16, konnten die Taucher keine weiteren Erkenntnisse sammeln. Trotzdem war die Begeisterung der Taucher wieder groß, Florian Müller konnte vor Begeisterung berichten: „ Es war Phantastisch, ich habe ein U-Boot gesehen, diese Eindrücke kann mir keiner mehr nehmen, die Schrauben waren so groß wie ich!“ „Es ist ein majestätischer Anblick, das gesunkene U-Boot zu sehen. Der große Schiffskörper, wie er friedlich auf dem Meeresboden liegt, strahlt Würde und Kraft aus, viele Jahre, nachdem es andere Schiffe auf den Meeresgrund befördern sollte“, fügt Andi Peters hinzu.

Des Rätsels Lösung kam allerdings erst zwei Tage später. Oliver Meise, von dem Online Magazin www.taucher.net, der Mann der das Team mit Recherchen unterstützt, durchforstete zwei Tage lang Herstellungslisten von englischen Werften. Letztendlich wurde er bei der Vickers -Werft bei Barrow in Furness/Großbritannien fündig. Die eingestanzte Baunummer 431 gehört eindeutig zu der Steuerbordschraube des englischen U-Bootes E10. HMS ( His Majestät Ship)E10 mit der taktischen Nummer I90 wurde am 10. Juli 1912 auf der Vickers-Werft bei Barrow-in-Furness/Großbritannien auf Kiel gelegt, und lief am 29. Dezember 1913 vom Stapel. Es verdrängte maximal 807ts, war 55,2m lang und knapp sieben Meter breit.

Das U-Boot war für eine maximale Tauchtiefe von 61m ausgelegt, und verfügte über zwei dreiblättrige Schrauben und 800 PS starken Dieselmotoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 14 Knoten über Wasser. Mit dem Ölvorrat von 42 Tonnen an Bord und bei einer Geschwindigkeit von 10 Knoten war die Reichweite 3.000 Seemeilen. Unter Wasser wurde es von zwei 420 PS starken Elektromotoren angetrieben, die Geschwindigkeit betrug bis zu 9,5 Seemeilen. Mit der Bewaffnung von zwei 45cm-Bugtorpedorohren, zwei 45 cm-Breitseitentorpedorohren und einem 45 cm-Hecktorpedorohr sollte es der Kaiserlichen Marine schweren Schaden zufügen.

Die Mannschaft bestand aus drei Offizieren, 28 Unteroffizieren und Mannschaftsdienstgraden. Am 10. August 1914 wurde das U-Boot E10 mit der taktischen Nummer I 90 für den Einsatz im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland in Dienst gestellt. Der Kommandeur war Lieutenant – Commander William St. J. Fraser, von der 8.Ubootsflottille der Royal Navy in Harwich.

Doch wie kam es zu diesem Unglück? Am 18. Januar 1915 bekam der Kommandant von E10 Lieutenant Commander William St. J. Fraser den Auftrag, sich zusammen mit dem Schwesterboot E5 vor Helgoland auf die Lauer zu legen, um die dort kriegsentscheidende Funkfrequenzen abzuhören und die dort verkehrenden Schiffe zu versenken. E10 war dabei als Operationsgebiet das Areal nordnordwestlich von Helgoland zugewiesen worden. Am Abend des 18. Januar gegen 19:50 Uhr meldete E5 zusammen mit E10 an der Steuerbordseite seine Position. Wie später die Besatzung von E5 berichtete, setzte E10 kurz nach dieser Meldung aus unerklärlichen Gründen südlichen Kurs und verschwand. Wie schon richtig von britischer Seite vermutet, wurde E10 von einer der vielen, schon am 22.Dezember 1914 von der Kaiserlichen Marine gelegten Seeminen versenkt. Einem so genannten „Teufelsei“, das alle U-Bootfahrer fürchteten. Rings um Helgoland lagen sie im Wasser wie Perlen an einer Kette. Dieses Minenfeld war den Briten und dem Kommandanten allerdings noch nicht bekannt und wurde so für die 31 Mann starke Besatzung von E10, zur tödlichen Falle. Somit konnte das Team wieder den Verbleib eines verschollenen englischen U-Bootes klären. Die Royal Navy kann somit Ihre Soldaten entgültig für tot und das Wrack zum Seemannsgrab erklären.

Weitere Fotos:

Auf der Suche nach Gustav Adolfs Flotte Lettland 2002

Auf der Suche nach Gustav Adolfs Flotte Lettland 2002

Mission Hintergrund:

Während eines Urlaubes in Lettland entdeckte Rolf am Strand von Kolka ein altes Holzgerippe eines Wracks. Als Rolf wieder zurück in Büsum war, fing er an zu recherchieren. Es ranken sich einige Geschichten um das sog. Riff von Kolka. Dies ist eine große Wanderdüne mit gefährlichen Untiefen, die so manchen Seemann ins Verderben riss. Die größte Katastrophe an diesem Kolka Riff jedoch ereilte die Flotte von Gustav Adlof II Schweden 1541. Seine Flotte lief von Riga in Richtung Schwenden aus. Von diesen insgesamt 14 Schiffen, erreichten nur 2 ihren Heimathafen in Schweden. Doch was geschah mit den übrigen 12 Schiffen? Dieser Geschichte sind wir nachgegangen.

Die Mission:

Im Frühjahr gingen wir in Lettland, auf die Suche nach der verschollenen Flotte von dem Schwedenkönig Gustav, die im 16. Jh am Riff (einer riesigen Untiefe) von Kolka verloren ging. Die Expedition musste nach Unstimmigkeiten mit der Lettischen Regierung abgebrochen werden. Es war eine sehr spannende Expedition, unsere Sidescan Untersuchungen waren für uns der Beweis auf dem richtigen Weg zu sein.

Weitere Fotos:

Das Team

Rolf Schütt
Auch genannt die Wrackspürnase. Taucht seit über 30 Jahren in der Nordsee nach Wracks.

Thorsten „Kudde“ Kucmocht
Von 1998 bis 2002 tauchte Kudde an meiner Seite. Er lernte das Tauchen bei mir. War immer ein guter, umsichtiger, verlässlicher Tauchpartner mit dem ich viele Abenteuer bestanden habe.

Ralph „Willi“ Wilhelm
Willi hat bei mir ebenfalls seinen Tauchschein gemacht und hat sich kurz danach dazu entschlossen mit uns auf das Abenteuer Lettland zu gehen. Ein Tripp – wie er selber sagte – den er nie wieder vergessen wird.

U-Boot HMS E16

U-Boot HMS E16

U-Boot Hintergrund:

Die britischen U-Boote der E-Klasse trugen die Hauptlast des U-Bootkrieges der Briten im Ersten Weltkrieg. Die Dithmarscher Taucher entdeckten das Wrack bei Helgoland auf Grund von Tipps, die ihnen Fischer gegeben hatten: Die Fischer merkten sich, wo ihre Schleppnetze hängen blieben. Klares Wetter und wenig Seegang herrschten, als die „Deutschland“ mit Kautschuk beladen in den Helgoländer Hafen einlief. Dicht gedrängt standen die Menschen auf den Kais. 19 Seemeilen entfernt war E 16 – wahrscheinlich kurz vor dem Eintreffen der „Deutschland“ – gesunken. E 16 war nicht allein. Die Taucher fanden ein weiteres britisches U-Boot der E-Klasse, das noch nicht identifiziert ist. Es liegt zehn Meter tiefer und ist besonders gut erhalten.

Am 26. Februar 1915 wird das Boot bei der 8th Submarine Flottilla in Harwich in Dienst gestellt. Unter dem Kommando von Lieutenant-Commander K. J. Duff-Dunbar torpediert E 16 am 27. Juli 1915 bei Terschelling den deutschen, 74 Meter langen Torpedobootzerstörer V-188 und versenkt ihn. Fünf Menschen sterben. Am 12. September 1915 geht Commander Duff-Dunbar mit dem Auftrag, das deutsche U 6 zu versenken, auf Kurs Stavanger, und legt sich vor der norwegischen Küste auf die Lauer. Am 15. September entdecken die Briten die Rauchschwaden, die U 6 über Wasser verursacht und schleicht sich von hinten an. Aus 200 Meter Entfernung torpediert Duff-Dunbar U 6. Das Boot sinkt sofort; 24 Seeleute sterben, die Turmbesatzung wird von dem Briten aufgefischt und geht in Gefangenschaft. Genau 1 Jahr später geht Duff-Dunnbar selbst in eine Falle: in die Minensperre vor Helgoland.

Im Juli 2001 entdeckten wir während einer Tauchexpedition 25 Seemeilen nordwestlich Helgoland in 30 Metern Tiefe ein U-Boot. Zunächst war die Identität unbekannt, doch durch mehrere Tauchgänge und Recherche gelang die einwandfreie Identifizierung als HMS E16, verschollen in der Nordsee am 16. August 1916 in den wirren des 1. Weltkriegs. Die Überraschung: Der Kapitän war ein schottischer Kriegsheld: Lt. Commander Kenneth J. Duff-Dunbar. Noch heute pilgern tausende von Menschen zu seinem Familiensitz, welcher heute als Museum dient.

Dieser Fund war seinerzeit eine Sensation und für Presse, Radio und Fernsehen, es wurden diverse Berichte und Artikel veröffentlicht.

Das Tauchen an dem Wrack ist genehmigungspflichtig, da es sich um ein Kriegsgrab handelt. Ich habe dieses Wrack , selbstverständlich mit Genehmigung, mit unterschiedlichen Teams in den letzten Jahren immer wieder besucht. Es ist eines der schönsten Wracks der deutschen Bucht.

Die Mission:

Das Schicksal des britischen U-Bootes E 16 konnten in der vergangenen Woche drei Schatztaucher klären: Sie fanden das Wrack von E 16 und ein weiteres britisches U-Boot vor Helgoland. E 16 sank am 22. August 1916, nachdem es auf eine Mine aufgefahren war. „Ein Hecktreffer“, sagt Rolf Schütt, der als erster das Wrack sah. „Die Steuerbordschraube war getroffen worden.“ Das Wrack liegt gut erhalten in 33 Meter Tiefe . Turm und Geschütz sind wahrscheinlich von Schleppnetzen abgerissen. Torpedos, Überreste der 31 Besatzungsmitglieder oder persönliche Sachen haben die Taucher nicht entdeckt. „Wir haben dreimal das Innere untersuchen können, waren allerdings nicht im vorderen Bereich“, sagt Rolf Schütt, der mit Andreas Peters und Thorsten Kucmocht von der Tauchschule „Explorerdiving“ in Heide/Dithmarschen tauchte. Identifiziert wurde das Boot über eine Nummer im Propeller.

Schiffs Infos:

  • E-Klasse
  • 54,9 meter lang
  • fünf Torpedorohre
  • „18-Pounder“-Geschütz (Kaliber 7,62 Zentimeter)
  • Vickers-Diesel (1600 PS)

Weitere Fotos:

Weiterführende Informationen:

B-24 Liberator Bomber – Wracksuche vor Amrum 2001

B-24 Liberator Bomber – Wracksuche vor Amrum 2001

Mission Hintergrund:

2001: Im Rahmen der Expedition „Nordfriesische Inseln“ stießen wir nahe Amrum auf ein unbekanntes Flugzeugwrack. Wir hatten von Fischern einen Tipp bekommen, dass an der Stelle sogenannte Netzhaker vorkamen und einer der Fischer ein Stück einer Tragfläche an die Oberfläche brachte.

Die Mission:

Nach den ersten Tauchgängen in nur 5 – 8 meter Wassertiefe stellte sich heraus, das es sich aufgund der Größe um einen abgeschossenen Bomber aus dem 2. Weltkrieg handeln muss. Verschiedene Teile wiesen eindeutige Einschusslöcher auf.

Zunächst gingen wir von einem B-25 Mitchell Bomber aus, so wurde es auch in der Presse berichtet. Nach einigen weiteren Recherchen und anhand der Seriennummern von geborgenen Teilen, wurde das Wrack allerdings einwandfrei als B-24 „Liberator“ Identifiziert.

Ausgestellt und zu sehen ist die von uns geborgene Luftschraube auf dem Flughafen Wyk/Föhr.

Flugzeug Infos:

Die Consolidated B-24 Liberator war ein schwerer Bomber des Zweiten Weltkrieges aus US-amerikanischer Produktion. Der viermotorige Schulterdecker mit Doppelseitenleitwerk war neben der B-17 der wichtigste strategische Bomber der USAAF auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Hersteller war die Consolidated Aircraft Corporation (ab 1943: Consolidated Vultee Aircraft Co. bzw. Convair).

Weitere Fotos:

Das Team:

Rolf Schütt
Auch genannt die Wrackspürnase. Taucht seit über 30 Jahren in der Nordsee nach Wracks.

Thorsten „Kudde“ Kucmocht
Von 1998 bis 2002 tauchte Kudde an meiner Seite. Er lernte das Tauchen bei mir. War immer ein guter, umsichtiger, verlässlicher Tauchpartner mit dem ich viele Abenteuer bestanden habe.

U-Boot SM UC 71

U-Boot SM UC 71

U-Boot Hintergrund:

UC 71 ist ein deutsches U-Boot Wrack aus dem 1. Weltkrieg mit Lage nahe Helgoland in rund 20 Meter Wassertiefe, im Sperrgebiet Helgoländer Felssockel. Das U-Boot der UC II Klasse war ein Minenleger, der nach der Kapitulation an die Alliierten ausgeliefert werden sollte. Bei der Überführung sank das Boot am 20. Februar 1919. Wiederentdeckt wurde es 1973 vom BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie), und 1997 gelang einer Gruppe von Tauchern die einwandfreie Identifizierung als UC 71.

Das Tauchen an diesem Wrack setzt eine Sondergenehmigung voraus. Seit 1999 durfte ich viele Tauchgänge mit Sondergenehmigung am Wrack SM UC71 zur Dokumentation und auch zu Trainingszwecken durchführen. Die nachfolgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck des Wracks. Ich bedanke mich bei Falk Wieland, der diese Aufnahmen auf der von mir geleiteten „In Honor of Lost Subs Tour 2003“ realisierte und mir freundlicherweise für diese Homepage zur Verfügung stellt.

Schiffs Infos:

  • U-Boot der UC II Klasse Minenleger
  • Werft: Blohm & Voss
  • Stapellauf 12. August 1916
  • Länge: 50 meter
  • Breite: 5,20 meter
  • Untergang 20. Februar 1919

Mein Dank gilt:

Dem WSA Tönning, das die Dokumentation in den letzten 13 Jahren möglich machte. Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Weitere Fotos:

U-Boot Links: